41. HiPRO Halve Marathon Utrecht (NL)
Utrecht (NL) – Nach dem Halbmarathon in Venlo und dem Marathon in Rotterdam stand für Todt G. Willingmann mit dem 41. HiPRO Halve Marathon Utrecht der dritte und vorerst letzte Niederlande-Lauf des Jahres auf dem Programm. Ein bewusster Abschluss – und gleichzeitig eine Rückkehr in eine Stadt, die ihn seit den Achtzigerjahren nicht losgelassen hat.
Warum Utrecht?
Todt kennt Utrecht schon lange. In den Achtzigerjahren besuchte er die Stadt erstmals mit dem Fahrrad – damals noch geprägt von Autostraßen, wo heute wieder Grachten verlaufen. Mittlerweile gilt Utrecht vielerorts als das „neue Amsterdam“ – eine Entwicklung, die ihn neugierig machte. Und welche bessere Möglichkeit gibt es, eine Stadt und ihre Umgebung kennenzulernen, als bei einem Halbmarathon?
Dieses Mal reiste er leider nicht per Fahrrad an – das größte Fahrradparkhaus der Welt hätte sonst noch auf dem Programm gestanden. Vielleicht beim nächsten Besuch.
Vorbereitung – oder das Fehlen davon
Ehrlich gesagt war die Vorbereitung auf diesen Lauf alles andere als ideal. Seit einigen Wochen plagten Todt Knieprobleme, möglicherweise ausgelöst durch neue Laufschuhe in Kombination mit Bergabläufen. Geplante Trainingsläufe auf Texel mussten gestrichen werden. Die Vorbereitung beschränkte sich auf: möglichst wenig laufen, etwas Rad fahren, dehnen – und das Knie schonen.
Da Hotel und Startplatz bereits gebucht waren, entschied er sich dennoch für den Start – mit einem klaren Plan: konstantes Tempo, gleichmäßige Belastung, ins Ziel kommen. Nach dem Motto: Lieber langsam als gar nicht.
Der Lauf
Start: 9:00 Uhr | Utrecht Science Park
Der Startschuss fiel im Utrecht Science Park, dem größten Wissenschaftscampus der Niederlande – ein modernes Zentrum für Forschung, Bildung und Innovation im Osten der Stadt. Todt reihte sich trotz Startblock eins bewusst weit hinten ein, um den Lauf ruhig anzugehen.
Die Strecke war weitgehend flach und führte zunächst durch verschiedene Grüngürtel im Außenbereich der Universität. Todt arbeitete sich Kilometer für Kilometer nach vorne: Von Startrang 802 kämpfte er sich bis Kilometer 15 auf Platz 694 vor.
Dann kamen die Widrigkeiten. Das Wetter wurde zunehmend schwül und warm, das Tempo ließ nach – und Knie sowie Fuß meldeten sich mit Problemen zurück. Zahlreiche Wendepunkte auf der Strecke taten ihr Übriges, um die Motivation zu testen.
Immerhin: Die letzten Kilometer führten durch die Utrechter Innenstadt, vorbei am Domturm – mit 112 Metern der höchste Kirchturm der Niederlande und ein echtes Wahrzeichen der Stadt. Ein schöner Abschluss für eine anspruchsvolle Strecke.
Die letzten vier Kilometer waren die zähesten. Todt wollte den Lauf nur noch ins Ziel bringen – an Tempoverschärfung war nicht mehr zu denken. Vor dem Start hatte er mit rund 1:45 Stunden gerechnet; dass vielleicht sogar etwas unter 1:40 Stunden drin gewesen wäre, ärgert ihn ein wenig im Nachhinein.
Ergebnis & Einordnung
Am Ende überwiegt jedoch die Zufriedenheit. Laut der HiPRO Utrecht Marathon App ließen von insgesamt 15.100 Teilnehmenden rund 14.000 hinter sich – und in seiner Altersklasse belegte er unter 147 Konkurrenten den starken 5. Platz. Ein Ergebnis, das zeigt: Es war für alle kein leichter Tag – und Todt hat ihn trotz widriger Umstände stark durchgezogen.
Utrecht vs. Amsterdam – ein persönliches Fazit
Und dann ist da noch das persönliche Fazit abseits der Laufstrecke: Todt gesteht, dass ihm Utrecht inzwischen besser gefällt als Amsterdam – und das will etwas heißen bei einem langjährigen Amsterdam-Fan. Die Grachten wirken schöner, die Restaurants direkt am Wasser einladender, die Atmosphäre entspannter und weniger vom Massentourismus geprägt. Utrecht hat seinen ganz eigenen Charme – und den hat Todt bei diesem Lauf neu entdeckt.
Mit Utrecht schließt Todt sein Niederlande-Kapitel zunächst ab – und richtet den Blick wieder nach Belgien. Wir sind gespannt, welche Abenteuer dort warten!
Sein Ergebnis:
Willingmann, Todt G.; HM; 01:40:39 Std.; Platz 5 M60; Platz 950 Männer
100 km Rund um Dortmund 2026 – Etappe 1
Während Todt G. Willingmann am selben Tag beim Halbmarathon in Utrecht auf flachem Asphalt seine Kilometer abspulte, suchte sich Thorsten Buchholz eine etwas andere Herausforderung: Ähnlich weit, aber dafür mit ordentlich Höhenmetern, matschigen Waldwegen – und ganz ohne Zeitdruck. Willkommen bei 100 km Rund um Dortmund 2026!
Ein Lauf, fünf Etappen, eine Stadt
Alle zwei Jahre organisieren die fünf bekanntesten Dortmunder Lauftreffs gemeinsam einen der ungewöhnlichsten Laufevents der Region: 100 km Rund um Dortmund – verteilt auf fünf Etappen von Mai bis September 2026. Gelaufen wird dabei auf dem Dortmunder Rundweg, einem rund 100 km langen Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), der von Kennern liebevoll „der Dott“ genannt wird.
Das Konzept ist dabei bewusst ohne Wettkampfcharakter: Keine Zeitnahme, kein Druck – stattdessen zwei geführte Tempogruppen mit ca. 6 min/km bzw. 7 min/km, angepasst an Gelände, Wetter und Gruppe. Ein Erlebnis für erfahrene, ambitionierte Läuferinnen und Läufer, die Natur, Abwechslung und Gemeinschaft suchen.
Etappe 1 – Kruckel bis Freischütz: Die härteste gleich zum Auftakt
Den Anfang machte am 31. Mai der LT Bittermark – und der legte die Messlatte gleich hoch. Die erste Etappe führte von Dortmund-Kruckel auf knapp 21 Kilometern durch den Dortmunder Süden bis zum Freischütz – mit über 540 Höhenmetern die wohl anspruchsvollste Etappe der gesamten Serie.
Pünktlich um 8:30 Uhr stiegen die Teilnehmer am Freischütz in die Busse zum Startpunkt nach Kruckel. Und als wäre es abgesprochen: Genau in diesem Moment hörten das Gewitter und der Starkregen auf. Was blieb, war eine schwülwarme Luft – und eine Strecke, die es in sich hatte.
Waldwege, Singletrails und ordentlich Kletterei
Die Route führte fast ausschließlich über Waldwege und Singletrails – nach dem Regen entsprechend matschig und rutschig. Dazu kamen immer wieder steile Anstiege und Klettereien, die den Läuferinnen und Läufern alles abverlangten.
Nach rund 2 Stunden und 30 Minuten erreichte die Laufgruppe schließlich das Ziel am Freischütz – erschöpft, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Verpflegung und Betreuung: Daumen hoch!
Thorsten zieht ein klares Fazit zur Organisation: Die Verpflegung und Betreuung durch den LT Bittermark war schlicht top. Für den Auftakt einer fünfteiligen Serie ein starkes Zeichen – und eine gute Grundlage für die kommenden vier Etappen.
Wälster Lauf 2026
Bereits am Samstag war Jonas Behrend beim 22. Wälsterlauf in Drensteinfurt dabei. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen 24 Grad entschied er sich gleich für einen Doppelstart – und das sollte sich mehr als lohnen.
Fast verpasst – aber rechtzeitig da
Fast wäre der Startschuss für Jonas ohne ihn gefallen: Aufgrund einer zu späten Anmeldung musste er sich nachträglich ins Starterfeld eintragen lassen. Gut, dass er es noch geschafft hat – denn was danach folgte, war ein kleines Highlight des Laufsommers.
Der 2-km-Lauf – Platz 1 mit letztem Sprint
Um 16:15 Uhr ging Jonas zunächst beim 2-km-Lauf an den Start – zwei Runden à einem Kilometer über den Kurs. Gleich vom Start weg mischte er ganz vorne mit und lag auf Platz 2. Nach der ersten Runde übernahm er die Führung – und gab sie nicht mehr her. Zwar wurde es auf den letzten Metern noch einmal richtig eng, doch mit einem entschlossenen Schlusssprint verteidigte Jonas seinen ersten Platz und überquerte die Ziellinie als Sieger.
Bei der anschließenden Siegerehrung gab es die verdiente Belohnung: Rose, Pokal, Urkunde und ein Gutschein im Wert von 15 Euro. 🏆
Der 5-km-Lauf – Platz 2 trotz Sommerhitze
Die Temperaturen hätten eigentlich für eine Verschnaufpause gesprochen – aber Jonas ist Jonas. Kurzerhand meldete er sich auch noch für den 5-km-Lauf an, der um 17:15 Uhr gemeinsam mit dem 10-km-Lauf startete.
Die Strecke führte vom Sportplatz hinaus auf Feldwege und durch die typische Bauernlandschaft des Münsterlandes – mit einem Wendepunkt als zusätzlicher Herausforderung. Zwischendurch lag Jonas auf Platz 3, wurde auf der Strecke noch von einem weiteren Läufer überholt – doch da die 5- und 10-km-Läufer gemeinsam unterwegs waren, war die eigene Platzierung lange unklar.
Im Ziel dann die Auflösung: Platz 2 über die 5 Kilometer – ein weiterer Podiumsplatz an einem bereits erfolgreichen Tag. 🥈
Zur Belohnung gab es im Ziel Fassbrause, alkoholfreies Bier und Radler – bei der Hitze sicher wohlverdient. Bei der Siegerehrung folgte erneut: Rose, Urkunde und ein Gutschein für einen Sportladen im Wert von 20 Euro.
Fazit
Zwei Starts, zwei Podiumsplätze – darunter ein Sieg. Jonas hat beim Wälsterlauf eindrucksvoll bewiesen, was in ihm steckt. Ein Tag, der ihm noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Seine Ergebnisse:
Behrend, Jonas; 2km 07:07 Min.; Platz 1 M20; Platz 1 Männer
Behrend, Jonas; 5km 19:35 Min.; Platz 2 M20; Platz 1 Männer
