4. Bobbahn Run 2026
Manche Laufveranstaltungen sind einfach anders als alle anderen – der BobbahnRun in Winterberg gehört definitiv dazu. Unser Lauffreund Todt G. Willingmann ließ sich dieses außergewöhnliche Erlebnis nicht entgehen und stellte sich einer Strecke, die es so nur an einem einzigen Ort in Nordrhein-Westfalen gibt.
Eine Laufstrecke der besonderen Art
Der BobbahnRun 2026 in der VELTINS-EisArena Winterberg führt die Teilnehmenden nicht nur durch Wald und Wiese, sondern auch dorthin, wo im Winter Bob-, Rodel- und Skeletonsportler mit bis zu 140 km/h talwärts rasen: die berühmte Bobbahn.
Die rund 6,5 Kilometer lange Strecke startet am Erlebnisberg Kappe und führt zunächst etwa 5 Kilometer über Wald- und Wiesenwege, bevor der eigentliche Höhepunkt wartet: 1,6 Kilometer Eiskanal – entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung, von unten nach oben. 15 Steilkurven, Steigungen von bis zu 15 Prozent und rund 120 Höhenmeter verlangen den Läuferinnen und Läufern alles ab. Enge Kurven, Betonuntergrund und stetige Anstiege machen diesen Abschnitt zu einer echten Herausforderung für Ausdauer und Kopf gleichermaßen.
Genau diese ungewöhnliche Kombination macht den BobbahnRun zu einem der außergewöhnlichsten Laufevents in NRW. Kein Wunder, dass die auf 500 Teilnehmende begrenzte Veranstaltung – Startgebühr ab 24 € – regelmäßig sehr schnell ausverkauft ist.
Kühlere Bedingungen, windig, aber sonnig anstrengend
Start: 14:00 Uhr. Nach den extremen Temperaturen der Vorwoche zeigte sich Winterberg deutlich milder – rund 20 Grad, dazu windig, was sich kühl anfühlte. Sobald jedoch die Sonne schien und die Anstrengung stieg, wurde es den Läuferinnen und Läufern durchaus warm.
Todts Lauf – zurückhaltend bergab, kämpferisch auf der Bahn
Bergab ließ es Todt von Beginn an ruhig angehen – bergab laufen liegt ihm ohnehin nicht besonders, und das blieb für die ersten rund 3 Kilometer so. Danach folgte ein kurzer Anstieg, bevor es erneut bergab ging – und schließlich richtig losging mit den Höhenmetern.
Ehrlich gestand er, dass ihm das zuletzt ausbleibende Training deutlich zu schaffen machte: Immer wieder musste er gehen und andere Läufer vorbeilassen. Nach etwa 5 Kilometern kam die Bobbahn erstmals in Sichtweite, und nach weiteren 300 Metern ging es schließlich hinein in den Eiskanal.
Die Bahn selbst – gerade einmal rund einen Meter breit (horizontal betrachtet) – begann mit einem angenehmen Gefälle, vermutlich dem üblichen Bremsweg der Bobs. Danach jedoch ging es in engen Kurven stetig bergauf, während die Strecke zunehmend schmaler wurde. Überholen? Kaum möglich – zu eng, zu kurvig, zu steil, und an manchen Stellen galt zudem ein Überholverbot.
Das fehlende Training machte sich deutlich bemerkbar, sodass Todt immer wieder gehen musste. Da ihm das genaue Streckenende nicht bekannt war, ging er sogar kurz vor dem Ziel noch ein Stück – bis ihm ein Mitläufer verriet, dass nur noch 200 Meter zu bewältigen waren. Bei den vielen Kurven der Bobbahn war das Ende einfach schwer einzuschätzen.
Am Ende zeigte Todts Uhr 5,9 Kilometer und 247 Höhenmeter
Fazit
Der BobbahnRun war als einmaliges Event geplant, und es wird wohl auch dabei bleiben. Schade fand Todt, dass es keine Altersklassenwertung gab – dafür überzeugte die Verpflegung, und jeder Finisher erhielt eine Erinnerungsmedaille aus Holz.
Ein Lauf, der garantiert nicht mit den gewohnten Volksläufen zu vergleichen ist – aber genau deshalb ein unvergessliches sportliches Erlebnis, wie es nur die legendäre Winterberger Bobbahn bieten kann. 🛷🔥
Sein Ergebnis:
Willingmann, Todt G.; 6,6km; 36:37 Min.; Platz 53 Gesamt
7. LaminatDepot Lauf 2026
Nach dem außergewöhnlichen Erlebnis auf der Bobbahn in Winterberg stand Todt G. Willingmann am Sonntag direkt wieder an der Startlinie – dieses Mal gemeinsam mit Jonas Behrend beim LaminatDEPOT-Lauf 2026 in Velbert. Für beide war es bereits die dritte Teilnahme an dieser Traditionsveranstaltung im Bergischen Land.
Eine anspruchsvolle Strecke mit Highlight-Charakter
Der 10-km-Lauf startet im Stadion und führt über den Panoramaweg zum Abtskücher Stauteich, entlang des Rinderbachs zurück zur Sportanlage. Ein echtes Highlight der Strecke ist die 40 Meter hohe Brücke, die einen markanten Abschnitt des Kurses bildet. Das Streckenprofil ist typisch für das Bergische Land: abwechslungsreich, mit engen Waldwegen, Feldwegen bergab – und einem äußerst anspruchsvollen Schlussabschnitt.
Der legendäre „Kotzberg“ wartet auf den letzten 300 Metern und fordert mit 36 Höhenmetern noch einmal alles von den Läuferinnen und Läufern.
Ein verwirrender Fehlstart
Da beide früh am Start waren, gerieten sie versehentlich in den bereits laufenden 5,45-km-Lauf, der schon um 10:25 Uhr gestartet war. Zum Glück bemerkten sie den Irrtum nach wenigen hundert Metern und fanden sich rechtzeitig zum eigentlichen 10-km-Start um 10:35 Uhr wieder ein – dieses Mal deutlich entspannter.
Todt – persönliche Bestzeit und Altersklassensieg
Bei nahezu perfekten Bedingungen – rund 22 Grad, trocken, bewölkt, kein kühler Wind – kam Todt gut in den Lauf hinein. Trotz der Nachwirkungen des Vortages und seiner andauernden Probleme bereiteten ihm selbst die kleineren Anstiege kaum Schwierigkeiten. Sein Plan: das Tempo so lange wie möglich halten, bevor der steile Schlussanstieg käme.
Das Konzept ging auf. Statt überholt zu werden, konnte Todt selbst einige Läufer hinter sich lassen, die an den kleineren Hügeln ins Straucheln gerieten. Erst am berüchtigten Kotzberg musste auch er kapitulieren und die letzten Meter gehen.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Mit 46 Minuten unterbot Todt seine Vorjahreszeit von 47:40 Minuten um fast eine Minute – und sicherte sich damit erneut den 1. Platz in seiner Altersklasse, gegen 20 weitere Konkurrenten. Ein Beweis dafür, dass es manchmal deutlich besser läuft, als man es sich zu Beginn erträumt hat.
Jonas – starker Lauf, überschattet von Wertungsfrust
Auch für Jonas verlief der Lauf zunächst sehr gut. Die Strecke gefiel ihm: bergab über Fahrrad- und Fußwege, über die Brücke bis zum Wendepunkt, dann durch enge Waldwege und über zahlreiche Feldwege. Am berüchtigten Kotzberg musste auch er das Tempo drosseln – kurz vor dem Gipfel wurde er noch überholt, konnte den Läufer aber auf den letzten Metern wieder einholen und überholen.
Im Ziel gab es reichlich Verpflegung: alkoholfreies Bier, Wasser, Äpfel und Bananen. Bis dahin hatte Jonas der Lauf sehr gut gefallen – dann kam die Ernüchterung.
Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass Jonas in der falschen Altersklasse gewertet worden war. Was zunächst nach einem Versehen aussah, entpuppte sich als Regelung des Veranstalters: Erst ab der Altersklasse M30 wird wieder getrennt gewertet – alle jüngeren Altersklassen wurden gemeinsam gewertet. Wäre die Wertung wie üblich erfolgt, hätte Jonas den 2. Platz in seiner Altersklasse belegt.
Eine Regelung, die für Jonas nicht nachvollziehbar war und die ihm die Freude über einen ansonsten gelungenen Lauf deutlich trübte.
Fazit
Ein Lauf mit zwei Gesichtern: Für Todt ein persönlicher Erfolg mit neuer Bestzeit und Altersklassensieg, für Jonas ein sportlich starker Auftritt, der durch eine unglückliche Wertungsregelung überschattet wurde. Die landschaftlich schöne Strecke im Bergischen Land mit ihrem legendären Kotzberg bleibt dennoch ein Erlebnis, das zurecht schon zum dritten Mal die Lauffreunde Bönen nach Velbert gelockt hat. 🏔️
Ihre Ergebnisse:
Behrend, Jonas; 10km 42:43 Min.; „Platz 2 M“; Platz 21 Männer
Willingmann, Todt G.; 10km; 46:48 Min.; Platz 1 M60; Platz 51 Männer
18. ZfS-Münster City Run
Schon verrückt: Zwei Wettkämpfe an zwei Tagen reichten Todt G. Willingmann mal wieder nicht. Nach dem Bobbahnlauf am Samstag in Winterberg und dem LaminatDEPOT-Lauf am Sonntagmorgen in Velbert ging es fast nonstop weiter nach Münster – um dort am Sonntagabend noch beim 18. ZfS-Münster City Run an der Startlinie zu stehen.
Von Skepsis zur Startlinie
Eigentlich fühlte sich Todt an diesem Morgen alles andere als fit: schlecht geschlafen, geschafft vom Vortag, an eine Teilnahme war zunächst gar nicht zu denken. Doch weil es in Velbert überraschend gut gelaufen war, stellte er sich die Frage: Warum eigentlich nicht? Angemeldet war er ohnehin, und da der Münster City Run zu seinen absoluten Lieblingsläufen zählt – bereits die zehnte Teilnahme stand an – gab es am Ende keinen Grund, nicht hinzufahren.
Ziel: Unter 50 Minuten und heil ins Ziel
Start: 19:30 Uhr, 10 km über 5 Runden. Todts Erwartungen waren bescheiden: einfach teilnehmen und eine Zeit unter 50 Minuten schaffen. Als er am Start seinen größten Konkurrenten erblickte, der normalerweise zwischen 37 und 39 Minuten läuft, war eine gute Altersklassen-Platzierung von vornherein ausgeschlossen.
Der Start verlief pünktlich, und Todt kam gut ins Rennen. Zwar zogen etliche Läufer an ihm vorbei, doch das störte ihn kaum – sein Plan war klar: Tempo halten über fünf Runden und sicher ins Ziel kommen.
Rutschpartie auf dem Grünen Ring
Zur eigentlichen Herausforderung wurde jedoch nicht die Distanz, sondern der Untergrund: Auf der Promenade („Grüner Ring“), die normalerweise beste Laufbedingungen bietet, hatte sich vorheriger Regen mit Blättern und Pollen zu einem tückisch rutschigen Matsch vermischt. Besonders in den Kurven rutschte Todt mehrfach weg, was für einige unsichere Momente sorgte. Immer wieder versuchte er, auf die Gehwege auszuweichen – doch auch beim Einbiegen zurück in die Innenstadt wurde es auf den Pflastersteinen teils rutschig.
Mit profilarmen Laufschuhen wurde die Suche nach der besten Linie in jeder Runde zur kleinen Herausforderung – nicht immer mit Erfolg.
Überraschung im Ziel
Trotz aller Widrigkeiten hörte Todt beim Zieleinlauf eine 46er-Zeit – deutlich schneller, als er es sich zu Beginn erträumt hatte. Die Freude wurde noch größer, als er erfuhr, dass er den 3. Platz in seiner Altersklasse erreicht hatte. Ein kleiner Wermutstropfen blieb: Der Rückstand auf Platz 2 betrug gerade einmal 10 Sekunden – eine Zeit, die an einem besseren Tag durchaus machbar gewesen wäre.
Fazit
Drei Wettkämpfe an zwei aufeinanderfolgenden Tagen – Bobbahn, Kotzberg und rutschige Promenade – und dennoch eine bemerkenswerte Leistung mit Podestplatz zum Abschluss. Ein Wochenende, das einmal mehr zeigt: Bei Todt G. Willingmann heißt es selten „genug ist genug“. 💪🏃♂️
Sein Ergebnis:
Willingmann, Todt G.; 10km; 46:28 Min.; Platz 3 M60; Platz 205 Männer
