Auch dieses Wochenende waren die Lauffreunde Bönen wieder ordentlich unterwegs: Jonas Behrend und Todt G. Willingmann starteten gemeinsam am Freitagabend, Todt legte im Anschluss am Samstag noch einen extrem kurzweiligen Lauf obendrauf. Am Samstag und Sonntag war dann Thorsten Buchholz mit zwei Halbmarathons an zwei Tagen unterwegs, während Jennifer Kneer sich beim 47km Schnadegang in Schalksmühle den Sieg bei den Damen sicherte. Alle Berichte gibt’s im Folgenden.
38. Roruper Abendlauf 2026
Am Freitagabend, den 10. Juli, machten sich Jonas Behrend und Todt G. Willingmann auf den Weg nach Dülmen-Rorup, um am 38. Roruper Abendlauf teilzunehmen. Bei sommerlichen 27 Grad und Sonnenschein stand der sechste Lauf der Westmünsterland-Laufserie auf dem Programm – für Todt bereits die fünfte Teilnahme in dieser Saison.
Zur Veranstaltung
Der Roruper Abendlauf hat sich als fester Bestandteil der WML-Serie einen Namen gemacht – nicht nur wegen der sportlichen Herausforderung, sondern auch wegen seines besonderen Flairs. Die Strecke führt über Wirtschaftswege durch die ländliche Umgebung von Rorup, vorbei an zahlreichen Bauernhöfen, die für Stimmung sorgen. Der Zieleinlauf über den Sportplatz und die letzten Meter über den Rasen sorgen traditionell für einen stimmungsvollen Abschluss. Startgebühren und Verpflegung sind bewusst günstig gehalten – eine Bratwurst für 2,50 Euro spricht für sich.
Todt: Silber trotz schwieriger Voraussetzungen
Für Todt waren die Vorzeichen alles andere als optimal. Anhaltende orthopädische Probleme hatten ihm in den letzten Wochen kaum Training ermöglicht, und auch sein Hauptkonkurrent in der Altersklasse war wieder am Start – ein zweiter Platz schien von vornherein das höchstmögliche Ziel.
Nach dem Start um 19:10 Uhr auf der 10-km-Strecke musste Todt viele Läufer ziehen lassen und konzentrierte sich darauf, sein Tempo konsequent durchzuziehen. Die Strecke, größtenteils in der Sonne und auf Asphalt, verlangte den Läufern bei den hohen Temperaturen einiges ab. Die zahlreichen Wasserstellen waren dabei dringend nötig. Auch die vergleichsweise geringen 32 Höhenmeter machten sich spürbar bemerkbar.
Auf der Zielgeraden kämpfte Todt sichtlich mit seinen Problemen, konnte sich aber noch einmal steigern und lief am Ende eine starke Zeit. Bei 25 Startern in seiner Altersklasse reichte es überraschend zum zweiten Platz – und damit auch zum zweiten Platz in der Altersklassenwertung der gesamten WML-Serie. Für diese Leistung gab es neben der Urkunde ein Handtuch als Prämie.
Aufgrund der anhaltenden Beschwerden hat sich Todt entschieden, nach einem letzten kurzen Lauf am Folgetag eine mehrwöchige Wettkampfpause einzulegen, um sich zu erholen.
Jonas: Erster Eindruck mit Höhen und Tiefen
Für Jonas war es die Premiere beim Roruper Abendlauf. Da Start und Ablauf ihm noch unbekannt waren, informierte er sich vorab genau über den Startort der 10-km-Strecke, sodass ein entspanntes Einlaufen möglich war.
Die Strecke über Feldwege empfand Jonas landschaftlich als eher unspektakulär, lobte aber die zahlreichen Zuschauer entlang der Strecke, die für gute Stimmung sorgten. Bei den hochsommerlichen Temperaturen musste er nach etwa fünf Kilometern erstmals eine Trinkpause einlegen, konnte danach aber wieder gut ins Rennen finden. In seiner Altersklasse war die Konkurrenz an diesem Abend sehr stark, sodass eine gute Platzierung außer Reichweite blieb.
Besonders positiv hob Jonas die Organisation hervor: gut abgesperrte und markierte Strecke, die Möglichkeit, sich die Urkunde direkt vor Ort auszudrucken, sowie die originellen Duschzelte mit angenehm warmem Wasser im Zielbereich. Insgesamt zog er ein positives, wenn auch nicht überschwängliches Fazit – der Lauf wird zwar nicht sein Lieblingslauf, eine erneute Teilnahme kann er sich aber gut vorstellen.
Ihre Ergebnisse:
Behrend, Jonas; 10km 41:17 Min.; Platz 5 M; Platz 38 Männer
Willingmann, Todt G.; 10km; 44:58 Min.; Platz 2 M60; Platz 69 Männer
Stadtjubiläumslauf Drensteinfurt 2026
Einen Tag nach seinem starken Auftritt beim Roruper Abendlauf stand für Todt G. Willingmann am Samstag noch ein letzter Wettkampf vor der selbstauferlegten Sommerpause an: der Stadtjubiläumslauf Drensteinfurt.
Ein Lauf mit besonderer Geschichte
Anlass für die ungewöhnliche Distanz war das Stadtjubiläum: Drensteinfurt feiert 2026 sein 1.175-jähriges Bestehen. Passend dazu wurde eine exakt vermessene Strecke von 1.175 Metern auf dem kürzlich neu gestalteten Sportplatz ausgetragen – knapp drei Runden, kostenlos und für jeden offen.
Kürzeste Distanz, größte Intensität
Für Todt war es die kürzeste Distanz seiner Laufkarriere, entsprechend groß war die Ungewissheit vor dem Start um 14:00 Uhr. Mit im Feld: sein Freund Mike, den Todt selbst zur Teilnahme überredet hatte – und der sich prompt als stärkster Konkurrent entpuppte.
Nach dem Start lag Todt zunächst in den Top drei, wurde aber schon nach einer halben Runde von Mike überholt. Ein zwischenzeitlich mitlaufender Läufer brach nach einer Runde ein, dafür kam von hinten neue Konkurrenz auf, die Todt jedoch mit sieben Sekunden Vorsprung hinter sich lassen konnte. Trotz starker Schlussphase fehlten am Ende nur zwei Sekunden zum zweiten Platz. Mike sicherte sich mit zehn Sekunden Vorsprung den Sieg – für Todt blieb der dritte Platz.
Persönlicher Rekord und Altersklassensieg
Besonders stolz war Todt auf seine Durchschnittspace von 3:38 Minuten pro Kilometer – einer der schnellsten Wettkämpfe seiner Laufkarriere. Als ältester Teilnehmer und einziger in seiner Altersklasse gewann er diese souverän und erhielt dafür ebenfalls ein Präsent. Da er Tags zuvor in Rorup bereits ein Handtuch bekommen hatte, tauschte er seinen Gewinn kurzerhand gegen die Tasse für Platz zwei ein.
Fazit und Ausblick
Todt zeigte sich begeistert von der kurzen, aber intensiven Distanz und der gelungenen Premiere der Veranstaltung. Sollte der Veranstalter im nächsten Jahr erneut einen Lauf ausrichten – vielleicht sogar über 5 oder 10 Kilometer – hat Todt sein Kommen schon jetzt in Aussicht gestellt.
Sein Ergebnis:
Willingmann, Todt G.; 1,175km; 4:17 Min.; Platz 1 M60; Platz 3 Männer
3. Lüner Lippeauen-Ultra
Beim 3. Lüner Lippeauen-Ultra, organisiert von „Laufbursche“ Micha als Spendenlauf für das Hospiz „Am Wall“ in Lünen, war unser Lauffreund Thorsten Buchholz am Start. Die Strecke führte auf einer landschaftlich schönen 7,15-km-Runde entlang der Lippe durch die Lippeauen.
Vom Ultra-Plan zum gemütlichen Halbmarathon
Bei der Anmeldung vor einigen Monaten hatte Thorsten noch Großes vor: einen Marathon oder gleich die vollen sieben Runden für die 50-km-Ultra-Distanz. Doch die Woche zuvor hatte es bereits einen spontanen persönlichen Ultra-Lauf gegeben, und am Sonntag stand direkt der nächste Halbmarathon an – der Nachholtermin der 2. Etappe „Rund um Dortmund“, die wegen der Hitze verschoben worden war. Der neue Plan: ein entspannter Halbmarathon statt Mammutdistanz.
Quatschen statt Hetzen
Die ersten beiden Runden verbrachte Thorsten bewusst gemütlich mit Lauffreund Jens – im Vordergrund stand der Austausch, nicht das Tempo. Die dritte Runde ging er dann allein und etwas zügiger an, soweit man bei den Temperaturen überhaupt von „flott“ sprechen konnte: Was am Start noch bei angenehmen 20 Grad begann, endete bei hochsommerlichen 30 Grad.
Am Ende standen etwas über drei Stunden für den Halbmarathon auf der Uhr – für Thorsten aber nebensächlich, denn heute zählte vor allem eines: dabei sein, Spaß haben und für den guten Zweck laufen.
Kein Ausruhen in Sicht
Nach dem Zieleinlauf hieß es für Thorsten: Beine hoch und erholen – denn bereits am nächsten Tag wartete der nächste Halbmarathon auf ihn, der Nachholtermin der 2. Etappe „Rund um Dortmund“.
Sein Ergebnis:
Buchholz, Thorsten; 21,45 km; 03:15:46 Std.; Platz 35 Männer – Halbmarathon-Split
100km RundumDortmund 2026 – 2. Etappe
Nachdem die 2. Etappe des Landschaftslaufs „100km RundumDortmund“ wegen der Hitzewelle Ende Juni vom 28.06. auf den 12.07. verschoben werden musste, war unser Lauffreund Thorsten Buchholz am Sonntag mit von der Partie – direkt einen Tag nach seinem Einsatz beim Lüner Lippeauen-Ultra.
Von Schwerte bis Lanstrop
Unter der Leitung des LWT Dortmund-Ost ging es für die Teilnehmer vom Freischütz in Schwerte rund 21 Kilometer bis zum Haus Wenge in Lanstrop – quasi vom Fernsehturm Sommerberg bis zum Lanstroper Ei. Die Strecke führte mit etwa 140 Höhenmetern Gefälle von den Höhen des Ardeygebirges hinunter in den flachen Dortmunder Norden: durch den Schwerter Wald, vorbei an der Emscherquelle, über den Emscher Radweg am Flughafen Dortmund entlang, durch Asseln, Husen und Kurl bis ins Ziel im Kurler Busch.
Der Bus-Shuttle-Service des Unternehmens TRD, der freundlicherweise auch für den Nachholtermin zur Verfügung stand, sorgte für einen reibungslosen Ablauf zum Startpunkt.
Heiß, flott und ohne Gehpausen
Auch am neuen Termin blieb es sommerlich warm: Bei Start-Temperaturen von gut 20 Grad kletterte das Thermometer bis zum Ziel wieder auf rund 30 Grad. Erschwerend kam hinzu, dass rund die Hälfte der Strecke durch Felder und Wege ohne Schatten führte – Sonnencreme und ausreichend Trinken waren also Pflicht.
Der Lauf selbst gestaltete sich als zügiger Gruppenlauf ohne nennenswerte Gehpausen. Die Verpflegungsstelle in der Nähe des Flughafens kam da gerade recht. Die größte Herausforderung wartete jedoch kurz vor dem Ziel: die letzte Steigung in Lanstrop, in praller Mittagssonne, die noch einmal alles abverlangte.
Nach rund 2,5 Stunden erreichte die Laufgruppe schließlich gemeinsam das Ziel am Haus Wenge.
Zwei Halbmarathons, ein Wochenende
Thorsten kam ohne nennenswerte Blessuren ins Ziel – nach zwei Halbmarathons an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein mehr als respektables Wochenende. Sein Fazit fällt entsprechend aus: „Reicht erstmal!“
2. Schnadegang Rund um Schalksmühle
Am vergangenen Sonntag, den 12. Juli, war unsere Lauffreundin Jennifer Kneer beim „Schnadegang Rund um Schalksmühle“ am Start – und das mit beeindruckendem Erfolg: Als schnellste Frau des Feldes erreichte sie nach 47 Kilometern und rund 1.300 Höhenmetern in 06:19:57 Stunden das Ziel.
Was ist ein Schnadegang?
Der Begriff „Schnade“ (auch Schnat oder Schnade genannt) bezeichnet historisch die Grenze zwischen Gemeinden oder Gemarkungen. Der „Schnadegang“ war früher ein traditioneller Umgang der Dorfbewohner entlang dieser Grenzlinien – um sie zu kontrollieren, instand zu halten und im Gedächtnis zu bewahren. Diese alte Tradition lebt in vielen Regionen Deutschlands als Wandertag oder eben, wie in Schalksmühle, als sportliche Laufveranstaltung weiter, bei der die historischen Grenzwege in einer anspruchsvollen Runde erlaufen werden.
Von Freischneidern und Traumtrails
Organisiert von Stefan und Elke, die im Vorfeld mit großem Einsatz zugewucherte Trailabschnitte freigeschnitten hatten, führte die mit einem „S“ markierte Strecke gegen den Uhrzeigersinn durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um Schalksmühle im Märkischen Kreis. Bei sommerlichen Bedingungen ging es pünktlich um 8 Uhr auf die nicht abgesperrte Strecke, auf der Rücksicht auf Verkehr, Radfahrer und Spaziergänger geboten war.
Reizvolle Trails und familiäre Atmosphäre
Jenny schwärmt im Nachgang von der Veranstaltung: reizvolle Trails, tolle Ausblicke und eine perfekte Organisation prägten den Lauf. Besonders die Verpflegung und Betreuung entlang der Strecke sowie die familiäre Atmosphäre hoben die Veranstaltung positiv hervor – da könnten sich, so Jenny, „manche großen Rennveranstalter durchaus eine Scheibe abschneiden“.
Sieg und Sprung in die Glör
Sportlich lief es für Jenny hervorragend: Sie sicherte sich den ersten Platz bei den Damen. Die passende Belohnung nach über sechs Stunden auf den Beinen ließ nicht lange auf sich warten – kurzerhand sprang sie in voller Laufmontur zur Abkühlung in die Glör und ließ den gelungenen Tag so gebührend ausklingen.
