Das vergangene Wochenende hatte es wieder in sich: Während Jenny Kneer beim 100km Zugspitz Ultratrail an ihre Grenzen ging, reiste Todt G. Willingmann quer durch Westeuropa – vier Läufe an vier aufeinanderfolgenden Tagen, vom Donnerstagabend in Selm über die Grenze bis tief nach Belgien. Jonas Behrend komplettierte das Wochenende der Lauffreunde Bönen mit einem Doppelstart beim 13. Vituslauf Lette in Oelde. Alle Details im nachfolgenden Bericht.
Zugspitz Ultratrail 2026
Auch in diesem Jahr suchte unsere Lauffreundin Jenny Kneer die ganz große Herausforderung – und fand sie beim Zugspitz Ultratrail 2026, der von Österreich bis nach Garmisch-Partenkirchen führt.
Ursprünglich über 106 Kilometer und 5.300 Höhenmeter geplant, musste die Strecke aufgrund von Gewitterwarnungen auf 74 Kilometer und 3.200 Höhenmeter verkürzt werden – anspruchsvoll genug, wie Jenny bestätigt.
Der Startschuss fiel am Freitagabend um 21:30 Uhr im österreichischen Leutasch – für Jenny gleichzeitig ihr allererster Nachtlauf. Die Strecke führte durch die Dunkelheit über Schneefelder und steile Berghänge, bevor mit dem Sonnenaufgang spektakuläre Ausblicke auf die Alpen die Strapazen der langen Nacht mehr als belohnten. Besonders in Erinnerung blieb Jenny die großartige Atmosphäre auf der Strecke, getragen vom Engagement der regionalen Laufszene, den Nomads.
Nach 12:46 Stunden erreichte Jenny schließlich das Ziel in Garmisch-Partenkirchen – ein beeindruckendes Erlebnis, das sie sicher nicht so schnell vergessen wird.
13. Vituslauf Lette 2026
Am Sonntag machte sich unser Lauffreund Jonas Behrend auf den Weg nach Oelde-Lette zum 13. Vituslauf Lette. Die Bedingungen waren sommerlich anspruchsvoll – bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von 28 bis 29 Grad war Ausdauer gefragt.
Da die Parkplatzsuche schnell und problemlos klappte, entschloss sich Jonas spontan und noch im Auto zu einem Doppelstart: erst der 5-km-Lauf, und wenn der gut läuft – auch noch der 10-km-Lauf.
5-km-Lauf – Start um 14:45 Uhr
Die Strecke führte über eine Landstraße, vorbei an Feldwegen und durch einen Wald, der nach dem nächtlichen Regen stellenweise etwas rutschig war. Drei bis vier Getränkestationen sorgten für die nötige Versorgung. Jonas lief zunächst mit dem Führenden mit, musste jedoch auf der Landstraße abreißen lassen, als dieser das Tempo deutlich erhöhte. Auch ein weiterer Läufer zog noch vorbei – Jonas erreichte das Ziel auf dem starken dritten Platz.
10-km-Lauf – die gleiche Runde, zweimal
Nach einer kurzen Erholungspause, Getränken und der Abholung der neuen Startnummer ging Jonas auch beim 10-km-Lauf an den Start – dieselbe Runde, zweimal absolviert. Auf der Hälfte der Distanz lag er sogar kurzzeitig auf Platz eins, ehe die große Hitze ihren Tribut forderte und ein weiterer Läufer vorbeizog. Dennoch überquerte Jonas die Ziellinie auf einem hervorragenden zweiten Platz – eine beeindruckende Leistung nach bereits absolvierten 5 Kilometern in der prallen Sonne.
Im Ziel gab es zur Erfrischung Wasser und Tee – und da direkt nebenan eine Kirmes stattfand, gönnte sich Jonas nach dem Doppelstart noch ein wohlverdientes Eis. 🍦
Seine Ergebnisse:
Behrend, Jonas; 5km 18:48 Min.; Platz 1 M20; Platz 3 Männer
Behrend, Jonas; 10km 41:46 Min.; Platz 1 M20; Platz 2 Männer
5. Volksbank Stadtlauf Selm 2026
Am Donnerstag, den 19. Juni 2026, nahm unser Lauffreund Todt G. Willingmann am 5. Volksbank Stadtlauf Selm teil – einer Veranstaltung, die sich mit inzwischen knapp 850 Finishern zu einem der größeren Läufe der Region entwickelt hat. Start und Ziel befanden sich im malerischen Auenpark Selm, wo ab 16:00 Uhr ein buntes Programm von den Bambini-Läufen bis zu den Hauptläufen am Abend geboten wurde.
Todt startete um 18:00 Uhr über die 5-km-Distanz – bewusst gewählt, denn die Knie bereiteten noch Probleme, die Temperaturen kletterten auf knapp 30 Grad, und entscheidend: bereits ab Freitag warten drei Wettkämpfe mit Höhenmetern in Belgien. Zu viel Körner sollten also nicht verbrannt werden.
Das heiße Wetter forderte seinen Tribut – bereits nach 500 Metern klebte die Zunge am Gaumen. Dank vier Wasserstellen auf dem 2,5-km-Rundkurs sowie einer erfrischenden „Wasserstraße“ direkt nach dem Start meisterte Todt die Hitze jedoch souverän. Mit konstantem Tempo überholte er im Verlauf noch einige Läufer und kam am Ende als 19. von 314 Finishern ins Ziel – verbunden mit einem Sieg in seiner Altersklasse und dem entsprechenden Pokal. 🏆
Todt schwärmt von der Veranstaltung: gute Organisation, günstige Startgebühren, alles vor Ort – inklusive Duschen. Einziger kleiner Wermutstropfen: die Parkplatzsuche in der Umgebung.
Sein Ergebnis:
Willingmann, Todt G.; 5km; 22:06 Min.; Platz 1 M60; Platz 17 Männer
Belgien-Wochenende 2026
Kaum war der Tinte auf dem Ergebnisblatt des Stadtlaufs Selm getrocknet, packte unser Lauffreund Todt G. Willingmann die Koffer.
13. Jogging du TC Salm – Vielsalm (Ardennen)
10,9 km | ca. 226 Höhenmeter
Den Auftakt bildete der Jogging du TC Salm im malerischen Vielsalm – einer kleinen Stadt in den belgischen Ardennen, eingebettet in dichte Wälder und eine abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft. Organisiert vom lokalen Tennisclub TC Salm, ist dieser familiäre Dorflauf Teil des regionalen „Challenge de la Salm“ und für sein günstiges Startgeld von gerade einmal 6 € bekannt.
Eigentlich sollte es um 19:45 Uhr losgehen – doch die Belgier nehmen es bekanntlich etwas entspannter. Um 19:58 Uhr fiel schließlich der Startschuss. Nach einem schwülen Tag mit rund 30 Grad hatten kurzfristige Gewitter für etwas Abkühlung, aber auch für rutschige Pfade gesorgt. Todt entschied sich daher für seine schweren Trailschuhe – eine Entscheidung, die ihm bergauf einiges abverlangte.
Die Strecke hatte es in sich: Schotter, Matsch, herrliche Waldwege – und manchmal Äste, die einem fast ins Gesicht schlugen. Nach gut fünf Kilometern folgte eine lange Bergabpassage, die den Knien alles abverlangte. Doch die Aussichten und die besondere Atmosphäre im Ziel an der Pont d’Hermanmont entschädigten für alle Strapazen. Zur Verpflegung gab es Bananen, Orangen, Chips, Nüsse, Gummibärchen und Plätzchen – ein buntes Buffet mitten in den Ardennen.
25. Aterstaose Jogging – Tongeren
10,4 km | ca. 60–70 Höhenmeter
Weiter ging es nach Tongeren – der ältesten Stadt Belgiens mit Wurzeln bis in die Römerzeit. Beim 25. Aterstaose Jogging, einem Jubiläumslauf mit rund 500 Teilnehmern, wartete eine vermeintlich leichte Strecke mit nur wenigen Höhenmetern. Der eigentliche Gegner an diesem Tag war jedoch die Sonne: 33 bis 34 Grad in praller Hitze.
Da Todt und sein Begleiter bereits Stunden vor dem Start die Innenstadt erkundet hatten, gingen sie schon müde an den Start. Die Strecke führte über Straßen, durch einen schattigen Park – und über einen kleinen Hügel, der sich in der zweiten Runde anfühlte wie ein echter Berg. Zwei Getränkestationen mussten reichen. Todts Begleiter musste sogar kurz gehen, um Kreislaufproblemen vorzubeugen – Todt selbst lief die gesamte Distanz durch.
Im Ziel gab es anlässlich des Jubiläums ein Holzbrotbrettchen als Erinnerung. In der belgischen Altersklasse M55+ (alle Männer von 55–64 Jahren) belegte Todt den 4. Platz. Urkunden oder Medaillen sucht man bei belgischen Läufen oft vergeblich – dafür wurden kleine Körbchen mit Obst und Blumen verteilt. Was Todt aber wirklich begeisterte: die Kinderläufe – mit welcher Ausdauer und Schnelligkeit die Kleinsten die Strecken bewältigten, war schlichtweg beeindruckend.
43. Jogging IMAO de Verviers – Verviers
14 km | ca. 220 Höhenmeter
Das Highlight des Wochenendes: der 43. Jogging IMAO de Verviers – einer der größten und bekanntesten Volksläufe der Region Wallonie, Teil des Challenge La Meuse. Bereits am Vorabend herrschte vor Ort Festivalatmosphäre mit lauter Musik bis tief in die Nacht.
Nun stand bereits der vierte Lauf in Folge auf dem Programm – Todt hatte großen Respekt, nicht nur wegen der Hitze und der Höhenmeter, sondern auch wegen seiner anhaltenden Knieprobleme. Doch was dann folgte, übertraf alle Erwartungen.
Wie eine riesige Welle übernahmen die Läufer die gesamten Straßen und Gehwege von Verviers – ganz ohne Absperrungen. Die ersten fünf Kilometer führten nahezu ununterbrochen bergab durch das Stadtzentrum, bevor am berüchtigten Anstieg „Pied Vache“ – mit eigener Bergwertung – die Oberschenkel brannten. Insgesamt rund sechs Kilometer bergauf, unterbrochen nur von kurzen Erholungsphasen.
Was Todt besonders begeisterte: die unglaubliche Vielfalt der Teilnehmer – von Jugendlichen bis zu älteren Semestern, Babyjogger-Eltern, als Römer verkleideten Läufern bis hin zu Kuhkostümen. Und die Zuschauer? Keine Biertisch-Beobachter – hier wurde echte Begeisterung gelebt: Menschen standen in der Sonne, klatschten, reichten Getränke und feuerten jeden einzelnen Läufer an.
Trotz gelegentlicher Gehpausen erreichte Todt das Ziel und belegte in seiner Altersklasse einen starken 12. Platz unter 78 Läufern. Das Startgeld: gerade einmal 10 € – inklusive einem Stück Kuchen. Urkunde, Medaille? Fehlanzeige – die Startnummer musste sogar wieder abgegeben werden. Und trotzdem – oder gerade deswegen:
„Dieser Lauf hat mir deutlich besser gefallen als Venlo, Rotterdam oder der Hermannslauf. Rückblickend wird er sicherlich zu meinen Lieblingsläufen gehören.“ – Todt G. Willingmann
Seine Ergebnisse:
13. Jogging du TC Salm; 10,9km; 55:59 Min.; Platz 3 M60; Platz 30 Männer
25. Aterstaose Jogging; 10,4km; 48:16 Min.; Platz 4 M55+; Platz 31 Männer
43. Jogging IMAO de Verviers; 14km; 01:13:55 Std.; Platz 12 Vétérans 3; Platz 621 Männer
43. Jogging IMAO de Verviers – Bergwertung; 1600m; 11:17 Min.; Platz 702 Männer
