Ein Wochenende unter Extrembedingungen – und die Lauffreunde Bönen mittendrin 🔥

Die Hitzewelle, die Ende Juni 2026 über weite Teile Europas hinwegfegte, zwang Veranstalter reihenweise zur Absage oder Verschiebung ihrer Events. Selbst der traditionsreiche Hamburg Halbmarathon musste kurzfristig abgesagt werden – und auch viele andere Laufveranstaltungen sowie Konzerte und Sportevents fielen den extremen Temperaturen zum Opfer. Für zahlreiche Läuferinnen und Läufer bedeutete das: Umplanen, Zuhausebleiben oder zumindest das Trainingstempo deutlich reduzieren.

Doch die Lauffreunde Bönen ließen sich nicht aufhalten. Zwei Veranstaltungen hielten den Bedingungen stand – und dort war man natürlich dabei:

🍀 1. Oberhausener Kleeblattlauf – Jonas Behrend, Thorsten Buchholz und Todt G. Willingmann trotzten gemeinsam den knapp 40 Grad am Rhein-Herne-Kanal.

🌙 26. Isselhorster Nacht in Gütersloh-Isselhorst – Todt G. Willingmann, der es sich dank seiner jahrelangen Erfahrung auch an einem solchen Extremwochenende nicht nehmen ließ, gleich bei einer zweiten Veranstaltung an der Startlinie zu stehen.

1. Oberhausener Kleeblattlauf 2026

Das RWO Endurance Team hatte den Mut, seine allererste Ausgabe des Kleeblatt-Laufs trotz Temperaturen von knapp 40 Grad durchzuführen – und wurde dafür von vielen Teilnehmern belohnt. Während ringsum Events abgesagt wurden, machten sich Jonas Behrend, Thorsten Buchholz und Todt G. Willingmann auf den Weg nach Oberhausen.

Die Startzeit: 19:04 Uhr – eine bewusste Hommage an das Gründungsjahr 1904 von Rot-Weiß Oberhausen. Die ursprünglich geplante Strecke von 7,8 km wurde angesichts der Wetterlage vorsorglich auf 5,9 km verkürzt. Wer glaubte, damit sei das Schlimmste gebannt, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Die Strecke – ein kleines Oberhausener Abenteuer

Trotz der Hitze hatte die Strecke einiges zu bieten: Start und Ziel im Stadion Niederrhein, dann hinaus an den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher, vorbei am weithin sichtbaren Gasometer des Centro Oberhausen, am Schloss Oberhausen und durch die Kaisergärten – bevor das absolute Highlight wartete: die Überquerung der spektakulären „Slinky Springs to Fame“-Brücke. Der Zieleinlauf schließlich vor der Stadiontribüne: ein würdiger Abschluss einer außergewöhnlichen Premiere.

Der Veranstalter hatte sich auf die Bedingungen gut vorbereitet: Eine Kanalseite lag komplett im Schatten, die andere wurde bewässert. Zahlreiche Getränkestationen, Rasensprenger, Duschen und Wasserschläuche über das gesamte Gelände sorgten dafür, dass die Teilnehmer die Temperaturen halbwegs erträglich fanden. Im Ziel warteten kalte Duschen, nasse Schwämme, reichlich Obst sowie Wasser, Cola, Apfelschorle und alkoholfreies Bier.

Thorsten – Wiedersehen und Wohlfühltempo

Für Thorsten Buchholz war der Weg nach Oberhausen nicht nur sportlicher Natur – er verbindet den Lauf auch mit einem Wiedersehen mit alten Arbeitskollegen, darunter Ralf Garmatsch, der zum Organisationsteam von RWO gehört. Nach 36 Minuten überquerte Thorsten die Ziellinie – unter den Umständen absolut zufrieden, wie er selbst betont:

„Es war sehr heiß, aber ich bin froh, dass der RWO das durchgezogen hat.“

Läuferisch galt klar der Wohlfühlmodus: bei fast 40 Grad lieber ankommen als umkippen. Angesichts eines 100-km-Laufs vor zwei Wochen eine mehr als vernünftige Entscheidung. Sein Halbmarathon am Sonntag war ebenfalls der Hitzewelle zum Opfer gefallen – der Kleeblattlauf war damit die einzige Möglichkeit, das Wochenende doch noch mit einem Wettkampf zu retten.

Todt – Knie, Kanal und eine Lieblingsbrücke

Todt G. Willingmann war durch Thorsten auf diesen Lauf aufmerksam geworden – und war sofort begeistert. Schon nach wenigen Metern klebte ihm die Zunge am Gaumen, die heiße Luft machte das Atmen zur Herausforderung. Zusätzlich bereitete das rechte Knie bei den Temperaturen größere Probleme als gewohnt.

Trotzdem: Die Slinky-Brücke als absolutes Streckenhighlight, der Zieleinlauf vor der Tribüne und das gemütliche Beisammensein danach unter schattigen Bäumen mit Livemusik, kühlen Getränken und Essen zu moderaten Preisen machten den Abend zu etwas Besonderem. Dass er in seiner Altersklasse „nur“ Zweiter wurde, war ihm nach eigenem Bekunden herzlich egal:

„An solchen Tagen laufe ich grundsätzlich im Wohlfühlmodus – eine wirklich schöne Veranstaltung mit viel Herz, einer tollen Strecke und einem gelungenen Rahmenprogramm.“

Jonas – Früh da, gut vorbereitet, begeistert

Jonas Behrend reiste früh genug an, um noch die Schülerläufe zu verfolgen – die hitzebedingst leider nur wenig Teilnehmer zählten. Nach der Startnummernausgabe ging es direkt zu den aufgebauten Abkühlstationen, bevor um 19:04 Uhr der Startschuss fiel.

Jonas lobt die Organisation ausdrücklich – insbesondere die konsequente Vorbereitung auf die Hitze. Als kleinen Kritikpunkt vermerkt er die großen Wege zwischen Startnummernausgabe, Startbereich und Zielgelände auf dem weitläufigen Veranstaltungsareal. Doch unterm Strich fällt sein Fazit eindeutig positiv aus:

„Insgesamt hat mir der erste Kleeblattlauf in Oberhausen sehr gut gefallen. Trotz der extremen Hitze war es eine gelungene Veranstaltung.“

Fazit

Ein Lauf, der unter normalen Bedingungen vielleicht gar nicht so sehr aufgefallen wäre – der aber genau wegen der widrigen Umstände zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Das RWO Endurance Team hat mit seiner Premiere gezeigt, dass man mit der richtigen Vorbereitung und einem klugen Konzept auch an einem der heißesten Tage des Jahres eine sichere und stimmungsvolle Veranstaltung auf die Beine stellen kann.

Ihre Ergebnisse:

Behrend, Jonas; 5,9km 23:52 Min.; Platz 2 M; Platz 13 Männer
Willingmann, Todt G.; 5,9km; 26:37 Min.; Platz 2 M60; Platz 29 Männer
Buchholz, Thorsten.; 5,9km; 36:00 Min.; Platz 14 M60; Platz 119 Männer

26. Isselhorster Nacht

Eigentlich hatte der Abend anders geplant ausgesehen: Der dritte Wertungslauf der Volksbank-Cup-Laufserie in Ostbevern war als Ziel gesetzt – doch auch dieser fiel der extremen Hitzewelle zum Opfer und wurde kurzfristig abgesagt. Für Todt G. Willingmann, der bekanntlich selten eine Gelegenheit ungenutzt lässt, bedeutete das jedoch keine Pause, sondern eine neue Entdeckung: die 26. Isselhorster Nacht in Gütersloh-Isselhorst.

Eine Traditionsveranstaltung im Kreis Gütersloh

Die Isselhorster Nacht ist seit ihren Anfängen die größte jährliche Volkslaufveranstaltung im Kreis Gütersloh – und das zu Recht. Was diesen Lauf besonders macht: das außergewöhnlich breite Teilnehmerfeld. Von Kindergartenkindern und Grundschülern über ambitionierte Hobbyläufer und Skater bis hin zu Spitzenathleten aus Westfalen und darüber hinaus – hier misst sich ein buntes, breit gefächertes Leistungsspektrum. Dieser Mix macht die Atmosphäre einzigartig.

Darüber hinaus ist die Isselhorster Nacht Teil der #nightCupLiebe (www.nightcup.de), einer bundesweiten Laufserie mit den schönsten Nachtläufen Deutschlands.

Auch wenn die Kinderläufe in diesem Jahr der Hitze zum Opfer fielen – das übrige Rahmenprogramm fand wie gewohnt statt.

Die Strecke – flach, schnell und vollständig abgesperrt

Start: 21:30 Uhr – 9,2 km in Form einer Acht, komplett asphaltiert und vollständig für den Verkehr gesperrt. Beste Voraussetzungen für schnelle Zeiten – wenn da nicht die Bedingungen gewesen wären: rund 28 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 66 %. Schwül und zehrend, auch noch nach Einbruch der Dunkelheit.

Todts Lauf – klug eingeteilt, stark beendet

Mit dem gestrigen Kleeblattlauf in Oberhausen noch in den Beinen, Oberschenkel- und Knieproblemen im Gepäck und einem starken Teilnehmerfeld vor sich, ging Todt die Sache von Beginn an taktisch klug an. Ein bewusst gemäßigtes Anfangstempo sollte mögliche Einbrüche verhindern – auf eine gute Altersklassenplatzierung hatte er unter diesen Umständen von vornherein verzichtet.

Nach der ersten Runde bremste ihn die Hitze kurzzeitig etwas aus, doch danach lief es erstaunlich konstant – und am Ende sogar besser als erwartet. Statt der anvisierten 42 bis 44 Minuten überquerte Todt die Ziellinie in 40:12 Minuten – und fühlte sich dabei nach eigener Aussage deutlich besser als noch am Vortag. Ein bemerkenswertes Ergebnis für das zweite Rennen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unter Extrembedingungen.

Entlang der Strecke sorgten zahlreiche Zuschauer für eine prächtige Stimmung – mit lautstarker Unterstützung und reichlich Wasser in jeglicher Form, was an diesem Abend buchstäblich Gold wert war.

Drumherum – Stimmung, Tradition und kleine Tücken

Nach dem Zieleinlauf wartet bei der Isselhorster Nacht eine schöne Tradition: Jeder Finisher erhält das originale „Isselhorster Nacht“-Handtuch, Frauen zusätzlich eine langstielige Rose. Die drei Erstplatzierten dürfen sich außerdem über Urkunden und Gutscheine freuen – die Damen zusätzlich über einen Blumenstrauß.

Mit knapp 700 Läuferinnen und Läufern war die Beteiligung trotz des extremen Wetters beeindruckend – und das bei einer günstigen Startgebühr von nur 12 Euro.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings in puncto Logistik: Parkplatz beim Aldi nahe des Friedhofs, Duschen an der Grundschule am anderen Ende – rund 1,5 Kilometer trennte beides, was nach dem Lauf für einige zusätzliche Wege sorgte. Ein Punkt, den die Veranstalter vielleicht künftig besser kommunizieren könnten.

Fazit

Die 26. Isselhorster Nacht hat einen neuen Fan gewonnen. Eine tolle Atmosphäre, eine gut organisierte Veranstaltung, begeisterte Zuschauer und eine faire Startgebühr – das alles macht diesen Nachtlauf zu einer echten Empfehlung. Todt hat mal wieder bewiesen, dass jahrelange Erfahrung und die richtige Laufstrategie auch unter widrigsten Bedingungen zu einem starken Ergebnis führen können. 🌙🔥

Sein Ergebnis:

Willingmann, Todt G.; 9,2km; 40:12 Min.; Platz 5 M60; Platz 67 Männer

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