Transvulcania 2026

Die Transvulcania hat bereits seit jeher eine besondere Faszination auf mich ausgeübt. Schaut man nach der Beschreibung auf der Homepage, wird der Lauf wie folgt charakterisiert:
Transvulcania ist zweifellos einer der härtesten Trailrunning-Wettkämpfe der Welt, mit einer Strecke von 73,06 Kilometern und 4.350 Metern positiver und 4.057 Metern negativer Höhenunterschiede. Von der Startlinie auf Meereshöhe steigt die Strecke bis zum Roque de los Muchachos (2421 m), dem höchsten Punkt der Insel, an, führt dann hinunter nach Tazacorte und endet in Los Llanos de Aridane, wo die Ziellinie von einer unglaublichen Atmosphäre mit vielen Menschen umgeben ist.
Vor zwei Jahren war es für mich nicht vorstellbar, jemals an der Startlinie dieses Ultramarathons zu stehen. Jedoch entwickelten sich meinen läuferischen Fähigkeiten allmählich. Ein Finish einer 100 km Strecke mit Joana Flanse gab mir das nötige Selbstvertrauen über diesen Lauf zumindest nachzudenken. Die Teilnahme an einem solchen Lauf, bei dem eine Distanz von mehr als 4000 Höhenmetern zurückgelegt wird, erfordert ein zielgerichtetes Training. Demzufolge wurde auf den Verein Trailrunnig Squad in Menden aufmerksam und fand dort den nötigen Support. Daniel Böcker, Trainer des Trailrunning Squad erstellte mir einen Trainingsplan, mit vielen Stunden im Balver Wald, ordentlich Höhenmetern und natürlich Kilometern. Ich habe ab Januar einige kleine Ultratrails zum Test absolviert, um Equipment und die Ernährung zu testen.
Am Mittwoch vor dem Lauf ging es mit meiner besten Freundin, Lena nach La Palma. Wir wurden von der Schönheit der Insel übermannt. Die Stimmung vor dem Lauf war unfassbar. Am 9. Mai war es dann endlich soweit: Der Wecker klingelte um 2:45 Uhr in der Nacht – Race Day! Der Start befindet sich ganz im Süden der Insel, an den die Athleten mit dem Bus gebracht wurden. Der Lauf startete um 6 Uhr im dunkeln. Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass ich eine von denen bin, die dieser Herausforderung stellt.
Leider bin ich viel zu weit hinten gestartet und musste an den engen Trails anstehen. Ich bin die ersten 2000 Höhenmeter auf sandigem Boden hochgestiegen, durch die Wolkendecke hindurch, und wurde mit einem atemberaubenden Blick auf den Teide, der sich auf der Nachbarinsel Teneriffa befindet, belohnt. Danach ging es 1000 Höhenmeter bergab, in einen Nebelwald und anschließend wieder 2000 Höhenmeter hinauf, bis auf den Höchsten Punkt der Insel, den Roque de los Muchacho. Von dort an folgte ein 15 km langer Downhill, der mir alles abverlangte. Er war nicht laufbar, sehr technisch und benötigte sehr viel Zeit. Jedoch war das Ziel in greifbarer Nähe. Leider war der „Endspurt“ noch mal eine kleine Challenge. Es ging durch ein ausgetrocknetes Flussbett mit anschließendem Anstieg von 500 Höhenmetern auf die Zielgerade. Am Streckenrand war eine große Party. Überglücklich wurde ich von meiner Freundin nach 14:45h im Ziel empfangen.
 
Es brauchte noch eine Woche, um das Erlebte zu verarbeiten. Die vielen Trainingseinheiten im Winter bei Eis und Schnee, ob mit oder ohne Motivation haben sich nun ausgezahlt. In 4 Wochen steht der Zugspitzultratrail mit 108 km und 5200 Höhenmeter an. Ich freue mich schon sehr auf dieses Abenteuer. Laufen ist so vielfältig und Ultratrail ist der schönste Sport der Welt.
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