Münster-Marathon 2026

Der 24. Münster-Marathon lockte am Sonntag rund 13.000 Läuferinnen und Läufer in die westfälische Domstadt – trotz mäßigen Wetters. Bemerkenswert war die Rekordzahl von über 4.500 Anmeldungen für die volle Marathondistanz, so viele wie noch nie in der Geschichte des Events. Mit dabei waren auch zwei Lauffreunde aus Bönen, für die der Tag ganz unterschiedliche Bedeutung hatte.

Tatyana Ganushevich: Der erste Marathon

Für Tatyana Ganushevich war es eine ganz besondere Premiere: ihr allererster Marathon. Vier Monate intensiver Vorbereitung, unzählige lange Läufe und viel Entschlossenheit steckten in diesem einen Tag.

Die Strecke war gesäumt von Zuschauern, die trotz Regen mit Verkleidungen, Musik und kreativen Schildern für Stimmung sorgten – ein Erlebnis, das Tatyana sehr in Erinnerung geblieben ist. Bei Kilometer 21 machten sich Leistenprobleme bemerkbar, die sie zwangen, das Tempo zu drosseln. Aufgeben kam für sie dennoch nicht infrage, schließlich hatte sie ihren Kindern versprochen, nach vier Stunden im Ziel zu sein.

Mit etwas gedrosseltem Tempo genoss sie die zweite Streckenhälfte und lief schließlich über den roten Teppich ins Ziel – ein unvergesslicher Moment und ein geglückter erster Marathon!

Marcus Münstermann: 24 von 24

Eine ganz andere Geschichte schreibt Marcus Münstermann. Er gehört zu den bislang nur 18 Läufern, die jede einzelne der 24 Auflagen des Münster-Marathons mitgelaufen und gefinisht haben – eine beeindruckende Serie, die seit der allerersten Austragung nicht abgerissen ist.

Für Marcus ist auch die Zukunft schon klar: „Sobald die Anmeldung wieder geöffnet ist, werde ich einer der ersten sein, die sich in die Liste eintragen.“ Im kommenden Jahr wartet mit dem 25. Münster-Marathon bereits das nächste kleine Jubiläum – und Marcus wird mit Sicherheit wieder dabei sein.

Ihre Ergebnisse:
Tatyana Ganushevich; Marathon; 04:15:54 Std.; Platz 40 W40; Platz 336 Frauen
Marcus Münstermann; Marathon; 04:55:48 Std.; Platz 144 M50; Platz 2280 Männer

1. Schledehausener Berglauf

Beim ersten Schledehausener Berglauf, einem 10-Stunden-Lauf auf einer kurzen, aber knackigen 700-Meter-Runde, ging unser Lauffreund Jan-Philipp Struck an den Start. Die Runde hatte es in sich: Mit einem ständigen Wechsel aus Flachstück, steilem Bergablauf und Anstieg kamen pro Runde rund 32 Höhenmeter zusammen – bei einem 10-Stunden-Lauf eine echte Herausforderung für die Beine.

Nach einer anstrengenden Arbeitswoche mit wenig Schlaf und dem morgendlichen Aufbau der Zeitmessung wusste Jan-Philipp vorher nicht genau, was an diesem Tag möglich sein würde. Sein Ziel waren zunächst 100 Runden. Das Rennen verlief jedoch überraschend konstant, und besonders zwischen der sechsten und achten Stunde legte er noch einmal schnelle Runden nach.

Gegen Ende entwickelte sich sogar ein spannender Kampf um Platz drei. Nach mehreren Führungswechseln konnte sich Jan-Philipp in der Schlussphase absetzen und den Podiumsplatz sichern.

Am Ende standen 102 Runden, 71,4 Kilometer und beeindruckende 3.264 Höhenmeter zu Buche – und damit Platz 3 bei den Männern. Nach der langen Pause vom regelmäßigen Ultralauf ein schönes Zeichen dafür, dass die Grundlage noch immer da ist.

46. Waldlauf des TV Calle-Wallen

Während viele Lauffreunde am selben Wochenende beim Münster-Marathon und dem Schledehausener Berglauf unterwegs waren, absolvierte unser Lauffreund Todt G. Willingmann parallel den 46. Waldlauf des TV Calle-Wallen in Meschede-Calle – einen weiteren Termin des Volksbank Sauerland Laufcups.

Die Teilnahme war für Todt eher Pflicht als Kür: Da er in der Vergangenheit mehrere Läufe der Serie wegen Terminüberschneidungen verpasst hatte – erst vergangene Woche war er auf Borkum – musste er antreten, um überhaupt noch die Mindestanzahl an Läufen für die Wertung zusammenzubekommen. Die Motivation hielt sich dementsprechend in Grenzen, zumal die Bedingungen alles andere als einladend waren: Dauerregen, rund 10 °C kühler als am Vortag und etwa 220 Höhenmeter auf der 10-km-Strecke.

Der Kurs verlangte den Läufern einiges ab: Gleich zu Beginn ging es steil bergauf, gesäumt von zahlreichen Pfützen – eine davon so groß, dass ein Ausweichen aufs angrenzende Feld nötig war. Nach dem höchsten Punkt zwischen Kilometer 4 und 5 folgte ein welliges Profil mit stetigem Auf und Ab, bevor kurz vor Schluss noch einmal ein giftiger Anstieg wartete, gefolgt von einer steilen Abfahrt über nasses Gelände ins Ziel.

Bis Kilometer 5 lief es für Todt gut, er lag auf Platz 2 in seiner Altersklasse. Beim Bergablaufen fehlte ihm jedoch das Tempo, um sich abzusetzen – so wurde er sowohl im Mittelteil als auch auf den letzten 600 Metern über die nasse Wiese noch überholt. Am Ende reichte es zu Platz 4 in der AK.

Ein kleiner Trost blieb dennoch: Da die Läufer vor ihm nicht für die Serienwertung gemeldet waren, sprang für Todt in der Gesamtwertung des Laufcups Platz 2 heraus. Zudem konnte er früh die Heimreise antreten, ohne bei diesem Wetter auf die Siegerehrung warten zu müssen.

Sein Ergebnis:
Todt G. Willingmann; 10km; 49:32 Min.; Platz 4 M60; Platz 13 Männer

8. Rotary Benefizlauf

Bereits einen Tag vor dem Waldlauf in Meschede-Calle war unser Lauffreund Todt G. Willingmann in Velbert am Start – beim 8. Rotary Benefizlauf, der von Rotary und Rotaract ehrenamtlich organisiert wird. Hier steht neben dem sportlichen Aspekt vor allem der soziale Gedanke im Vordergrund: Ein Teil der Erlöse fließt seit vielen Jahren an die Tafel Niederberg in Velbert, weitere soziale Projekte und Einrichtungen in der Region profitieren ebenfalls davon.
Die eigentlich 5,12 km lange Strecke präsentierte sich mit einem stetigen Auf und Ab und insgesamt rund 113 Höhenmetern. Besonders die letzten knapp 1,3 Kilometer hatten es in sich, denn hier ging es durchgehend – teils sehr steil – bergauf. Wer den Laminat Lauf kennt, findet hier übrigens identische Streckenabschnitte, da beide Startpunkte nur etwa einen Kilometer auseinanderliegen.
Todt konnte sich früh gut positionieren und das Tempo lange mitgehen. Bei den steileren Abstiegen musste er allerdings immer wieder einige Läufer ziehen lassen. Bedingt durch ausbleibendes Training büßte er zum Schluss etwas an Leistung ein, was sich auch in der Platzierung niederschlug.
Dennoch zeigte er sich im Nachhinein zufrieden mit seiner Leistung – zumal vor ihm kein Läufer mit einer Altersklasse über 50 platziert war. Für Todt diente der Lauf zudem als Trainingseinheit für den am Folgetag anstehenden Waldlauf im Sauerland mit 10 km und über 220 Höhenmetern – quasi das Doppelprogramm an einem Wochenende.
Ein besonderer Pluspunkt des Rotary Benefizlaufs: Da die Veranstaltung im Park stattfindet, lässt sie sich wunderbar mit einem Familienausflug verbinden. Für Kinder wird an verschiedenen Ständen einiges geboten – von Kinderschminken über Märchenerzählungen bis zur Hüpfburg. Auch kulinarisch kommt niemand zu kurz, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Sein Ergebnis:
Todt G. Willingmann; 5km; 24:01 Min.; Platz 1 M60; Platz 25 Männer

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