31.12.2020 | Die ganz persönlichen Silvesterläufe der Bönener Lauffreunde

Von Thorsten Buchholz

Für die Lauffreude Bönen 1985 e. V. ist es seit der Vereinsgründung Tradition, sich an Silvester von einem „Charterbus“ zum Start des Silvesterlaufes Werl-Soest zur Stadthalle nach Werl und dann von Soest wieder zurück nach Hause bringen zu lassen. Für den größten Teil der Bönener Ausdauersportler bedeutete das auch, dass man die Busfahrt von Soest zurück nach Hause in guter Stimmung für eine kleine „Silvesterabendvorfeier“ nutzen konnte.

Diese Tradition wurde 2020 leider unterbrochen. Der Silvesterlauf von Werl nach Soest fand nur virtuell statt.

Trotzdem oder gerade deswegen wollten viele Lauffreunde am Jahresende noch einmal alle Ressourcen aus den Beinen herausholen, andere wollten einfach nur das Jahr mit einem lockeren Lauf ausklingen lassen. Nicht anders kann man die Motive der Lauffreunde Bönen beschreiben.

Jeder lief für sich, oft auf einer Strecke vor der eigenen Haustür, immer unter Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzverordnung getreu dem Motto „Einsam, aber doch gemeinsam“.

Über die Originaldistanz des Silvesterlaufs waren unterwegs:

  • Barbara Baur und Tanja Wengorz liefen einen 15 km-Rundkurs durch Hamm.
  • Marcus Münstermann, begleitet von seinem Sohn auf dem Fahrrad, lief 15 km durch die Hammer Vororte.
  • Manuela Maletz und Dirk Grabbe absolvierten die 15 km in Bönen
  • Martin Munk und Hauke Deutschmann drehten ihre 15 km „rund um Flierich“, gemeinsam mit dem ehemaligen Lauffreund Sven Moyé.
  • Katharina Krähling und Thorsten Buchholz liefen einen 15 km-Rundkurs von Nordbögge aus um das Kamener Kreuz herum.
  • Manuela Blank und Steffen Blank wanderten die Distanz von 15 km durch Bönen
  • Stefan Deimann und Laura Merlo zog es an den Hengsteysee, wo sie die Distanz mit 2 Runden um den See hinter sich brachten.
  • Die größte räumliche Entfernung zum Original hatte Lauffreund Daniel Werner. Er lief eine 15 km-Runde durch Berlin, im Schlosspark Charlottenburg und an der Spree entlang.

Ein Teil der Lauffreundinnen und Lauffreunde hatte sich bei Ingo Schaffranka, dem Organisator des Originals, zum virtuellen Silvesterlauf angemeldet. Für sie werden folgende Zeiten dokumentiert:

  • Thorsten Buchholz und Katharina Krähling: 1:46:28 Std.
  • Barbara Baur und Tanja Wengorz: 1:51:15 Std.
  • Manuela Maletz und Dirk Grabbe: 1:18:47 Std.
  • Martin Munk, Sven Moye und Hauke Deutschmann: 1:16:45 Std.

Für die Lauffreunde Michael Klein und Todt G. Willingmann reichten die 15 km der originalen Distanz nicht.

Michael Klein folgte der Laufstreckenempfehlung von Kerstin und Frank Pachura und lief einen Marathon von Werl nach Soest und über Welver zurück nach Werl. Todt G. Willingmann lief mit einem Freund die originale 15km Strecke von Werl nach Soest. Und da es keinen Bustransfer gab, liefen beide die gleiche Strecke zurück und beendeten ihren Silvesterlauf nach 30 km.

Aber auch andere Lauffreunde waren auf kürzeren Distanzen unterwegs.

So orientierte sich Birte Gillmann mit in Bönen gelaufenen 10 km an dem virtuellen Silvesterlauf ihrer Heimatstadt Bremen. Karin und Dieter Freitag nahmen über die 6 km-Distanz am virtuellen Silvesterlauf des TV Unna teil.

Hier einige O-Töne:

Martin Munk:  Da ja der Silvesterlauf seit vielen Jahren zum Jahresabschluss einfach dazugehört, habe ich überlegt, wie ich das Laufjahr in diesem Jahr beenden werde. Schnell war klar, dass es der traditionelle Silvesterlauf werden muss. Laufend Gutes tun, unter diesem Motto findet regelmäßig das „Original“ auch als Spendenlauf statt Also angemeldet, etwas gespendet und der Silvesterlauf war gerettet.

Birte Gillmann:  Dass ich das Jahr an Silvester mit einem Lauf abschließen würde, war so oder so eine klare Sache! Normalerweise ist der Lauf Werl-Soest ja schon ein festes Ritual, aber dieses Jahr war ja alles etwas anders. Eigentlich mag ich virtuelle Läufe nicht, weil es einfach nicht das gleiche ist. Aber dann entdeckte ich, dass es auch in meiner Heimatstadt Bremen einen virtuellen Silvesterlauf gab. Die Bremer Stadtmusikanten, die die Medaille zieren, haben mich dann überzeugt. Ein schöner Jahresabschluss, aber ein richtiges Wettkampfgefühl kommt dabei für mich nicht auf. eine kleine Erinnerung, aber ohne auch nur annähernd an Bestzeiten zu denken

Todt G Willingmann: Was soll man machen, wenn Silvester ist und es keinen Silvesterlauf Werl-Soest und keinen Bustransfer nach Werl zurück gibt? Man fragt seinen Freund und läuft dann entspannt mit ihm die Strecke hin und zurück. Ich danke meinen Freund Mike Behrend für seine Bereitschaft mitzumachen und seine die Begleitung. Da wir beide eigentlich nicht richtig im Training sind, haben wir uns von Anfang an auf ein etwas langsameres Tempo geeinigt. Es war ein richtig guter Lauf mit schönen Gesprächen. Er uns beiden etwas Silvesterfeeling verschafft. Gott sei Dank, dass das Jahr vorbei ist . Es bestand aus vielen fehlenden Hochs und viel mehr Tiefs, die nichts mit Corona zu tun hatten. Es gab für mich eine Menge orthopädischer und anderer gesundheitliche Probleme. Wie oft ich das Laufen unterbrechen musste, weiß ich nicht mehr. Aber es gibt mir nun Hoffnung, das die Talsohle allmählich durchschritten ist.