17.06. | Ahrathon Bad Neuenahr

Der Ahrathon – eine besondere Herausforderung

Marathon ist nicht immer gleich Marathon, auch wenn er immer 42,195 km lang sein sollte, das war den Bönener Lauffreunden klar, die beim Ahrathon, einem Marathon im Ahrtal, an den Start gehen wollten. Der Ahraton ist der kleine Bruder des Médoc-Marathons. Wie beim französischen Vorbild gibt es entlang der Strecke zahlreiche Weingüter, an den Verpflegungsständen kann man verschiedene Weine aus dem Ahrtal verkosten. Das da jedoch Vorsicht geboten ist, weiß jeder verantwortliche Ausdauersportler, zumal die Strecke ausgesprochen profiliert ist. Zu gut 70 % geht es über den Rotweinwanderweg, mitten durch die Weinberge, also steil bergauf und bergab und das auf nicht immer ebenem Untergrund. „Die Wanderer sind da ganz klar bessergestellt,“ meint Markus Meier, stellvertretender Vorsitzender der Lauffreunde, mehr mit Blick auf die Weinverkostung. Ergänzt wird der Marathon durch einen Halbmarathon. Start und Ziel sind in Bad Neuenahr, nur auf der Höhe des Laufes der Ahr ist die Strecke eben. Der Streckenverlauf beider Wettbewerbe war identisch, die Marathonläufer mussten die Halbmarathonstrecke zwei Mal absolvieren.

ahrathonDrei Lauffreunde hatten für den Marathon gemeldet, der Rest für den Halbmarathon. Mindestens zwei Novizen waren dabei, Carsten Donkiewicz für den Marathon und seine Frau Sabina für den Halbmarathon.

Am Samstag durften zuerst die Marathonläufer auf die Strecke. Das Wetter war nahezu ideal, bewölkt, kaum Wind und zum Start Temperaturen von unter 20 Grad.

Carsten Donkiewicz berichtet: „Die Verpflegung in der ersten Runde war exquisit, es gab zum Beispiel Erdbeeren, Nudelspieße und Käsespieße mit Trauben. In der zweiten Runde sah das schon anders aus, als die Wanderer und Walker durch waren. Aber gut, wir waren ja nicht nur zum Vergnügen auf der Strecke.“ Er beendete seinen ersten Marathon zeitgleich mit Markus Meier nach 5:04:52 Std. Meier stellt klar: „Aber auch ohne die besondere Verpflegung wären wir kaum schneller gewesen. Die steilen Bergauf- und Bergabpassagen bremsten uns doch deutlich aus.“ Carsten Donkiewicz belegte Platz 18 in seiner Altersklasse M50 und Markus Meier Platz 13 in M45. Michael Klein finishte nach 5:18:27 Std. (Platz 22 in M50).

Auch Sabina Donkiewicz beendete ihren ersten Halbmarathonlauf erfolgreich nach 3:28:08 Std. (Platz 45 in W45). „Man stelle sich vor,“ berichtet Sabina Donkiewicz, „es gab Passagen, da bin ich rückwärts bergab gegangen, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Ich bin stolz, es geschafft zu haben. Und von jetzt an kann es nur noch schneller werden.“ Ehemann Carsten erzählt: „Sie rief mich tatsächlich unterwegs auf dem Handy an. Ich habe Gott weiß was gedacht, als ich registrierte, wer mich anrief, aber sie wollte mir voller Stolz berichten, dass sie es geschafft hat.“

Die schnellste Zeit über die Halbmarathondistanz lieferte Monika Stura-Metzen ab. Sie finishte nach 2:32:35 Std., eine Sekunde vor Simone Kopietz. Monika Stura-Metzen erreichte Platz 13 in W55, Simone Kopietz Platz 13 in W40. Knapp hinter ihnen kam Manuela Lassahn ins Ziel, nach 2:33:49 Std. (Platz 8 W 30). „Das sind für das Streckenprofil Superzeiten“, meint Pressewart Jürgen Korvin, der selber von sich behauptet, das Laufen nicht angefangen zu sein, wenn er in den Bergen wohnen würde. Janine Moritz benötigte 3:52:58 Std. (Platz 21 in W30). Jürgen Korvin gibt zu bedenken: „Janine hat vor einer Woche in Duisburg ihren ersten Marathon hinter sich gebracht. Nach einem solchen Lauf hängen andere erst einmal ihre Laufschuhe eine Zeit lang an den Nagel.“

Andreas Kopietz war am Ende 3:21:37 Std. unterwegs (Platz 60 in M45) und Tim Oliver König 4:54:32 Std. (Platz 28 Hauptklasse). Jürgen Korvin: „Für beide habe ebenfalls noch keine Halbmarathonzeit in meiner Statistik stehen, es sei denn, ich habe etwas übersehen. Ich werde das Ganze in aller Ruhe überprüfen und dann auch als Erststart verbuchen.“ Tim König meint ehrlich: „Ich denke, ich bin doch mehr gewalkt.“

Zu Carsten Donkiewicz sagt Jürgen Korvin: „Er ist erst am 1. August 2015 zu uns gestoßen. Auch wenn eine gewisse Vorerfahrung nicht auszuschließen ist, war er superschnell auf dem Weg zum ersten Marathon.“ Korvin weiter: „Bis auf Markus Meier und Michael Klein sind auch alle anderen noch nicht lange dabei, haben also ihre läuferische Zukunft hoffentlich noch vor sich. Den Spaß am Ausdauersport haben auf jeden Fall alle.“

Markus Meier und Michael Klein ergänzen: „Die Gruppe harmoniert ganz toll.“ Die Gruppe gibt zurück: „Wir freuen uns über die vorbildliche Aufnahme bei den Lauffreunden.“

Eine Wiederholung scheint nicht ausgeschlossen zu sein, den Monika Stura-Metzen meint: „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf.“